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Datenschutz, es wird schlimmer...  |
MoG
Administrator
      

Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 425
Herkunft: Fischbach (Kr. Kaiserslautern)
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| Datenschutz, es wird schlimmer... |
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Hoi ^^
War etwas unsicher, ob das nich besser in den Coding-Bereich gehört, aber naja, es is ja eigentlich eine Grundsatzdiskussion
Seit ca. einem Jahr läuft über das Bundesverfassungsgericht ein sehr heißes Thema: der Datenschutz. Damit verbunden stehen die Rechte der Polizei, ab wann sie eingreifen und Daten von Verbrauchern abfragen darf.
Es ist ja allgemein bekannt, man spricht nicht umsonst vom "gläsernen Verbraucher". Das gleiche Prinzip gilt ja auch im Internet. Du gibst deine email-Adresse aus der Hand und weißt nicht, was damit gemacht wird.
Ein Risiko, mit dem Tag für Tag zu tun hat. Nun wird es jedoch interessant:
Am 02.03.2006 entschied das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe, dass Polizeibeamte und all jene, die irgendwie bei der Aufklärung eines Kriminalfalls beteiligt sind, Zugriff auf die sämtliche Benutzerdaten haben. (nachzulesen hier, oder direkt auf der Seite des Bundesverfassungsgerichtes nachzulesen, sucht nach "2.3.2006" bei "Pressemitteilungsdatum)
Darunter fällt der Zugriff auf Handytelefonate oder Emails. Somit wurde also mal wieder der DAtenschutz aufgelockert.
Telekommunikationsgesellschaften wie die Telekom sind jetzt dazu verpflichtet, jedes Gespräch bis zu 90 Tage lokal zu speichern, genauso der Schriftverkehr.
Jetzt kann man sich streiten: sicher, im Falle einer Straftat lässt sich nun ohne Probleme alles mögliche feststellen. Wer wann wo mit wem in Kontakt war, worüber gesprochen wurde etc. Aber ist deswegen eine solche Sache gerechtfertigt? Irgendwann sind wir so weit, dass auch die klassische Post an jedem Postamt zuerst geöffnet und auf kriminelle Inhalte überprüft wird, bevor sie weitergeschickt wird.
Wie seht ihr das ganze?
MfG MoG
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Dienstag, 07.März 2006 11:28 |
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Mac
Super Moderator
    

Dabei seit: 07.10.2005
Beiträge: 205
Herkunft: Moers (Kr. Wesel)
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[quote]Darunter fällt der Zugriff auf Handytelefonate oder Emails. Somit wurde also mal wieder der DAtenschutz aufgelockert.[/quote]
Argh, jetzt muss ich doch meinen Mailverkehr mit Ol'Osama aufgeben ;3
@ Topic
Verbraucherschutz, wie du erwähnst: ein heikles Thema, insbesonders seit die Bedeutung der High-Tech-Medien rapide zugenommen hat.
Nun, dieser neue Schritt erscheint mir einerseits zu schmächtig, andererseits jedoch schon unerhört genug. Naja, nicht jeder ist bei T-Online and friends; und der komplette Datenverkehr, ob nun Post, Internet oder Funkwellen, wird niemals komplett ausgewertet werden können, weshalb ein solcher verstärkter Einblick in das Gerede hier und da wohl nur bei gezielter Überwachung Sinn hat... verbessert mich, sollte ich falsch liegen.
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Dienstag, 07.März 2006 14:40 |
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Winyett Grayanus

Emporkömmling


Dabei seit: 10.10.2005
Beiträge: 30
Herkunft: Chaos, Discord & Confusion
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Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht eines jeden Datenschützers, sondern eines jeden Menschen, der in einem Land in der EU bewohnt. Ungeheuerlich!
Ja, nieder mit dem ollen Datenschutz, nieder mit der informationellen Selbstbestimmung und nieder mit der Freiheit des Individuums.
Jetzt steht jeder unter Generalverdacht...wir sind nun eine überwachte Informationsgesellschaft und jeder ist ein potentieller Verbrecher.
Trotzdem dürfen wir jetzt nicht die Köpfe hängen lassen, sondern müssen als Datenschützer weiter zusammenhalten, kritisieren und Aufklärungsarbeit leisten.
Dagegen muss etwas getan werden - ich werde nicht untätig herumsitzen.
Btw. haben wir in letzter Zeit schon öfter über eine Auswanderung nachgedacht...hier wird doch jegliche Vernunft ad absurdum geführt.
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And that's all...?
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Dienstag, 07.März 2006 16:05 |
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MoG
Administrator
      

Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 425
Herkunft: Fischbach (Kr. Kaiserslautern)
Themenstarter
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@Mac: Die Sache mit der Telekom war nur ein beispiel. Wenn du dir den Link bei heise.de oder die Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts mal durchliest steht da "Kommunikationsgesellschaften".
Also werden auch andere Anbieter dazu verpflichtet sein.
Ich frage mich nur, ob das wirklich im Ganzen durchführbar ist. Zumindest wird das nicht ohne Widerstand über die Bühne gehen.
Was ich mich auch wundert ist der Titel des heise-Artikels: "Bundesverfassungsgericht schwächt Datenschutz [...]" sieht für mich eher nach negieren aus... was sollte man schwächen, was eh kaum vorhanden war.
Ich werde weiterhin im Inet rumsurfen und mal in andere Foren schauen, in denen bereits heiße Diskussionen laufen. Wie gesagt, es war ein großer Artikel, der für viel Aufruhr gesorgt hat - zurecht.
MfG MoG
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Dienstag, 07.März 2006 16:47 |
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MoG
Administrator
      

Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 425
Herkunft: Fischbach (Kr. Kaiserslautern)
Themenstarter
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[Update]: Wenn man sich die Pressemitteilung vom Bvg durchliest kann zumindest ein wenig aufatmen: Das Haus einer Richterin wurde auf Grund des Verdachtes auf Verletzung von Dienstgeheimnissen untersucht, inklusive PC und der darauf gespeicherten Dateien und die letzten Mobilfunkgespräche.
Die Richterin erhob Anzeige und gewann; Der Eingriff war ein Verstoß gegen das Grundgesetz.
Also ganz so einfach ist der direkte Eingriff duch Gevatter Staat also nicht. Denoch: Daten etc. werden gespeichert, es soll aber nicht ohne richterlichen Beschluss darauf zugegriffen werden können.
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Mittwoch, 08.März 2006 12:00 |
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